Charakteristik
Der Piz Mezdi ist kein ausgeprägter Gipfel, sondern eine weitläufige Hochfläche im Auslauf des Piz Rosatsch. Das fehlende Gipfel-Feeling ist aber in diesem Fall unbedeutend, denn der Piz Mezdi punktet vor allem mit dem komplettem Bernina-Panorama aus nächster Nähe. Wie im Kino, erste Reihe, sitzt man vor der Gletscherriesen von Piz Palu, Piz Bernina und Piz Morteratsch. Allerdings ist dieses Panorama nur denjenigen Wanderern vergönnt, die bis zum höchsten Punkt durchhalten. Beim Aufstieg dagegen kann man sich schon früh am Blick über die Seen von St. Moritz, Silvaplana und Sils-Maria erfreuen und das Oberengadin von Zernez bis Maloja überblicken. Zu erreichen ist der Piz Mezdi über einen ausgesprochen gut angelegten Weg, der sich geschickt durch das Steilgelände schlängelt; lediglich im Mittelteil sind unangenehm rutschig-ruppige Steilkehren zu bewältigen. Gute Trittsicherheit und reichlich Kondition sind nützlich.
Beschreibung
Die Tour beginnt mit einem steilen Aufschwung und einer beschilderten Links-Rechts-Kombi im Wald. Bequeme, bestens markierte Waldwege schlängeln sich nun bergauf (SO) bis zur Einmündung in einen Forstweg, dem wir nach rechts folgen. Einen beschilderten Abzweig nach rechts dürfen wir anschließend ignorieren, wir bleiben auf dem breiten Hauptweg, der in wechselnder Steilheit durch lichten Wald führt. An einer engen v-förmigen Gabelung nehmen wir die deutlich markierte, rechte Trasse und stoßen kurz danach auf eine weitere Abzweigung, wo wir rechts abbiegen (O). Anschließend sind etliche steile, steinig-rutschige Kehren mit kleinen Wasserläufen zu bewältigen, danach nutzt der Steig geschickt die Hangterrassen für sanften Höhengewinn (S). Eine langgezogene, schmale Querung nach SW schließt sich an, durchschneidet die steile Hangflanke und leitet in den Einschnitt zwischen Piz Mezdi und Piz da l'Ova Cotschna. Hier wird aus dem Steig ein wunderbar zu begehender Serpentinenweg, der in vielen Kehren aus dem Einschnitt herausführt in kombiniertes Gras- und Felsgelände (SO). In engen Kurven, stets das beste Gelände nutzend, gewinnt man zügig an Höhe. Eine kurze Engstelle, die mit Ketten bestens gesichert ist, führt uns vom steilen Grasgelände mühelos auf einen Felsriegel und kurz danach zu einer Verzweigung mit Wegweiser (SO). Hier muss man sich entscheiden, ob man (zuerst) zum Piz Mezdi oder zum nahen Piz da l'Ova Cotschna möchte. Zum Piz Mezdi geht es links weiter und in einer schmalen, aber nur kurzen Querung zu einem XXL-Steinmanndl (NO), das den Eingang in einen flachen Geröllkessel markiert (SO). Wir verlassen ihn auf gutem Steig recht steil am linken Rand (NO) und arbeiten uns auf dem sehr geschickt angelegten Weg Kuppe um Kuppe höher. Eine senkrechte Felswand wird im Norden umgangen, der ausgesprochen angenehme Weg leitet nun aus dem Felsgelände zunehmend in weitläufige, weniger steile Geröllhänge hinauf (O). Unter einer markanten Kuppe wenden wir uns nach S und steigen auf schotteriger Trasse die restlichen Höhenmeter hinauf zur riesigen Hochfläche des Piz Mezdi.
Hinweis: Der Startpunkt befindet sich am Ende der Via Tegiatscha in St. Moritz-Bad, hinter den großen Sportanlagen.